Hunde-Ernährungsberater
Das Interesse ist groß, aber ein eigenständiger Beruf ist der Hunde-Ernährungsberater nicht, oder vielleicht noch nicht. Dieses spezielle Wissen ermöglicht vielmehr solchen Menschen, die sich beruflich bereits mit Hunden beschäftigen, eine zusätzliche Dienstleistung anzubieten.
Weil er ist, was er frisst
Wir Menschen werden durch falsche Ernährung dick, schlapp und krank. Hunde auch. Doch wenn bei ihnen Probleme auftauchen, wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Haarausfall, chronische Müdigkeit, Hautrötungen bis hin zu Ekzemen und anderes, denkt man ans normale Futter zuletzt, mitunter sogar überhaupt nicht, vielleicht weil der Hund schon teure Spezialnahrung frisst. Auch das ist möglich. Häufig genug hat ein Hundehalter das Futter sogar direkt vom Tierarzt bekommen.
Jede Fütterung kritisch hinterfragen
Aber jeder Hund hat seine eigenen Probleme und was dem einen gut tut, kann einem anderen schaden. Nur darüber wüsste kaum jemand Bescheid, sagt Mirko Tomasini aus Bonn, Tierheilpraktiker, Problemhundetherapeut, Hunde-Ernährungsberater und Ausbilder auf diesem Sektor. „Man unterschätzt, wie groß der Umsatz ist, den ein Tierarzt mit dem Futtermittel-Verkauf macht“, sagt er, der hier keinen Hersteller im Speziellen meint, sondern dafür plädiert, jede Art von Fütterung kritisch zu hinterfragen. „Bei mir finden Sie Informationen statt Werbeslogans, unabhängige und kritische Beratung statt Verkaufsgespräche.“
Und das macht seine Seminare so beliebt. Sie werden besucht von Tierheilpraktikern, Hunde-Therapeuten und -Ausbildern aller Fachrichtungen, von Hunde-Salon-Betreibern, Tiersittern, Inhabern von Zoogeschäften oder eines Futtermittelhandels, Tierpensionen und Tierheim-Mitarbeitern. Daran teilnehmen können prinzipiell alle, auch Hundehalter ohne berufliches Interesse, zum Beispiel Züchter oder Hundesportler.
Beratung meint nicht Therapie
„Unsere Ausbildung zum ‚Ernährungsberater - Fachrichtung Hund’ zielt darauf ab, den Teilnehmern die Kenntnisse zu vermitteln die notwendig sind, um zu einer eigenen Meinung zu gelangen und diese auch mit sachlichen Argumenten statt mit Parolen zu vertreten.“ Ernährungsberatung bedeutet, einem Hundehalter zu helfen, das richtige Futter für seinen Hund zu finden. Einen therapeutischen Effekt kann das durchaus haben. Und bei den oben genannten Problemen wirkt eine Nahrungsumstellung auch häufig Wunder. In dem Fall muss der Ernährungsberater jedoch zusätzlich Tierarzt oder Tierheilpraktiker sein, um dem kranken Hund durch eine Nahrungsumstellung gezielt therapieren zu dürfen und zu können.Hund durch eine Nahrungsumstellung gezielt therapieren zu dürfen und zu können.
Das Ziel ist den Hund gesund zu erhalten
Der gesunde und aktive Hund ist das Ziel, zu dem der erste Schritt der ist, weiteren Schaden zu vermeiden. Übergewicht abzubauen ist etwa ein solcher Anfang. Und hier zeigt sich, dass Ernährungsberatung nicht so einfach ist und viel mit psychologischem Geschick und kommunikativen Fähigkeiten zu tun hat. Denn den Hundehalter dazu zu bekommen, sich selbst bei der Nase zu packen, eigene Fehler einzugestehen und sein Verhalten zu ändern, alles dem Hund zuliebe, dazu muss man tatsächlich einiges an Überzeugungskraft aufbringen. Deshalb trainiert Mirko Tomasini auch das Beratungsgespräch und vor allem übt er, die Fehler, die man bei einem solchen Gespräch machen kann, zu vermeiden.
Die Ausbildung
Das Seminar umfasst drei Tage, beginnend mit den gesetzlichen Grundlagen und der Richtigstellung alter Klischees zur Hundefütterung, etwa die überholte Ansicht, rohes Fleisch mache Hunde aggressiv. Als nächstes erfährt der Seminarteilnehmer alles über die Bedürfnisse des Hundes, was seine Ernährung angeht und über die Besonderheiten der Hundeverdauung. Der zweite Tag beginnt mit Nahrungsmittelkunde. Jetzt wird das Fertigfutter unter die Lupe genommen, Bedarfsrechnungen vorgenommen und spezielle Situationen (trächtige Hündin, Welpen, etc.) besprochen. Der dritte Tag gilt der Ernährung bei Krankheiten sowie der Psychologie des Verkaufsgesprächs und dem Kommunikationstraining. Kosten für die drei Tage: 290 Euro.








