Prinzip positive Bestärkung

Belohnung und Strafe sind die gängigsten Erziehungsmethoden, doch in ihrer Wirkung völlig unterschiedlich. Hier erfahren Sie, warum positive Bestärkung schneller zu Erfolg führt.

So lernt der Hund mit Freude

"Positive Bestärkung" ist eine Erziehungsmethode, die immer funktioniert. Beispielsweise bei Ihnen: wenn Ihr Chef Ihnen für Ihren besonders engagierten Einsatz dankt, benutzt er genau diesen "Trick". Was ist das Ergebnis? Sie werden mit Freude weitere Überstunden für ihn schieben. Sie nutzen diese Methode ebenfalls, um andere zu beeinflussen: Das dankbare Lächeln an die Gattin für den morgendlichen Kaffee, die Jubelarien beim Anblick der krakeligen Kinderzeichnung Ihres dreijährigen Filius - auch das ist positive Bestärkung.

Jedes Lob ist für den Hund auch eine Lektion

Ihrer Meinung nach hat ein ernst gemeintes Lob nichts mit psychologischer Kriegsführung zu tun? Falsch. Ob Sie wollen oder nicht, ob Sie es nun Lob, positives Feedback oder positive Bestärkung nennen, jedes Mal wenn Sie diese Signale senden, erteilen Sie Ihrem Gegenüber eine Lektion! Sie machen deutlich, welche Handlungen von Ihrer Seite aus erwünscht sind.

Positive Bestärkung hebt im Gegensatz zur Strafe die Stimmung

Den gleichen Effekt können Sie natürlich auch erreichen, indem Sie nicht die gewollte Handlung belohnen, sondern die unerwünschte bestrafen. Sie werden im Internet hunderte Sites und in der Buchhandlung dutzende Bücher finden, die sich mit Vor- und Nachteilen der beiden Methoden beschäftigen. Kann man sich eigentlich schenken, wenn man diese Erklärung von Manfred Wolff, Tierschutzbeauftragter des Deutschen Hundesportverbandes, gelesen hat: "Eine Belohnung bzw. Bestätigung hebt die Stimmung. Darüber hinaus weiß der Handelnde nach der Bestätigung genau, was er bei ähnlichen Situationen wieder machen kann, er weiß, wie er sich verhalten kann. Bei Strafe oder Missbilligung dagegen weiß er zwar, dass die missbilligte Handlung falsch war, er weiß aber nicht was er stattdessen tun soll. Er wird unsicher."

Hund versteht die Strafe nicht

Bei der Hundeerziehung bedeutet es außerdem, dass er an Ihnen zweifeln wird, Wenn er nicht versteht, warum Sie ihn bestrafen, wird er sie für unberechenbar halten. Strafen kann außerdem zur Folge haben, dass der Hund ängstlich oder aggressiv wird. Deshalb: gehen Sie niemals brutal mit Ihrem Hund um, damit werden Sie keinen Erziehungserfolg verbuchen, sondern höchstens Ihre Wut los – und das sollten Sie sich lieber für das Fitnesscenter aufheben! Wenn Sie klar machen wollen, dass Sie etwas nicht wollen, genügt ein deutliches und lautes "Nein" oder "Aus!". Arbeiten Sie lieber mit Lob und Belohnung. Das hat nicht nur einen deutlich positiveren Effekt auf die Stimmung, sondern schweißt Sie beide jeden Tag auch ein bisschen mehr zusammen. (Text: Marzena Fiok)