Labrador Retriever
- Bewegungsdrang: hoch
- Erziehungsaufwand: mittel
- Pflegeaufwand: mittel
- Zeitaufwand: mittel
- Klassifikation: FCI Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
Der Labrador Retriever stammt ursprünglich von der kanadischen Ostküste, genauer gesagt aus Neufundland. Dort wurde er als Helfer bei der Jagd und beim Fischen eingesetzt: Zu seinen Aufgaben gehörte es, abgetriebene Fische oder Fischernetze aus dem Meer zu holen. Als "St. John's" fand er um 1809 mit dem zweiten Earl von Mamesbury seinen Weg nach England. Die Familie züchtete den Labrador vor allem in Bezug auf seine jagdliche Leistungsfähigkeit weiter und gab die Welpen an andere Adelige weiter. Der freundliche Charakter des Hundes und sein Wille zur Unterordnung ließen ihn aber nicht nur als exquisiten Jagdhund, sondern auch als Familienhund schnell Karriere machen. Am 7. Juli 1903 wurde der Labrador Retriever vom englischen Kennel Club auch als eigene Hunderasse anerkannt.
Allgemeines Erscheinungsbild
Der typische Labrador ist ein mittelgroßer, kompakter und sehr kräftiger Hund mit einem breiten Kopf und runden Pfoten. Das stockhaarige Fell mit dichter, wetterbeständiger Unterwolle kann schwarz, gelb oder tiefbraun sein. Laut Rassestandard gibt es nur einen Labrador. Tatsächlich zeigen sich hier aber zwei Zuchtlinien: der stärkere und größere "Showdog" und der kleinere Typ, der als "Working Dog" bezeichnet wird. Die Unterschiede zeigen sich nicht nur in feineren Gliedmaßen, sondern auch im Gewicht der ausgewachsenen Tiere.
Verhalten und Charakter
Der Labrador Retriever ist immer gut gelaunt, ausgeglichen und verspielt. Er ist außerdem stets darum bemüht, seiner Familie zu gefallen, und wird jede Aktivität begeistert mitmachen. Mit seinem freundlichen und belastbaren Wesen, seiner Kooperationsbereitschaft und seiner fast selbstaufopfernden Begeisterung für Kinder ist der Labrador Retriever der perfekte Familienhund. Ein weiterer Pluspunkt dieser Rasse: Labradore sind keine Kläffer. Auch wenn sie draußen gerne toben, in den eigenen vier Wänden zeigen sie sich als äußerst ruhige Zeitgenossen. Einen Schwachpunkt hat der "Labbi" allerdings: Dieser Hund hat immer Hunger und neigt deshalb zu Übergewicht.
Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis
Ein Labrador ist der ideale Begleiter für sportliche Menschen, denn er braucht täglich mehrere Kilometer Auslauf. Im Alter wird er sich vielleicht damit begnügen, langsam neben Ihnen herzulaufen, der junge Hund will aber auf jeden Fall richtig rennen! Alternativ kann man ihm auch ein Gewässer anbieten: Der Labrador wird begeistert und stundenlang darin herumschwimmen. Labbis eignen sich natürlich auch für alle Hundesportarten oder für die Ausbildung zum Rettungs- oder Blindenführhund. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, das intelligente Tier nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu fordern.
Erziehung
Der Labrador Retriever ist sehr intelligent und lernwillig. Dominanzverhalten liegt ihm in der Regel nicht, im Gegenteil, er ist geradezu versessen darauf, seinem Besitzer zu gefallen. Dieser Hund achtet ständig darauf, wie Sie auf sein Verhalten reagieren, die besten Erziehungserfolge erzielt man daher mit positiver Bestärkung des erwünschten Verhaltens. Der große Spieltrieb und die Begeisterung des Labradors für Leckerlis erleichtern die Erziehung zusätzlich.
Pflege
Der Pflegeaufwand bei einem Labrador Retriever ist vergleichsweise gering. Regelmäßiges Bürsten genügt, um sein Fell instandzuhalten. Vor allem im Sommer darf die regelmäßige Ausdünnung der Unterwolle nicht vernachlässigt werden.
Krankheitsanfälligkeit / Häufige Krankheiten
Als Welpe und Junghund sollte der Labrador wenig Treppen steigen müssen, sonst drohen Hüftprobleme. Auch die Neigung zu Übergewicht sollte unter Kontrolle gehalten werden, um Krankheiten zu vermeiden. Als rassetypische, aber zum Glück auch sehr seltene Krankheiten sind außerdem die Fibrinoide Leukodystrophie und die Axonopathie des Labradors bekannt. Die Fibrinoide Leukodystrophie ist eine schwere Erkrankung des Rückenmarks, die sich innerhalb des ersten Lebensjahres entwickelt und Bewegungsstörungen und Lähmungen zur Folge hat. Die Axonopathie äußert sich durch übersteigerte Bewegungen und Umfallen. Beide Erkrankungen sind nicht heilbar.
Hätten Sie's gewusst
In jedem schwarzen Wurf können auch gelbe Labrador-Welpen vorkommen.
DER VDH INFORMIERT
Hier erhalten Sie weitere Informationen zu einzelnen Hunderassen sowie Adressen von eingetragenen VDH-Züchtern.
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Geschäftsstelle
Westfalendamm 174
44141 Dortmund
Deutschland
Tel.: 02 31 56 50 00
Fax: 02 31 59 24 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de
VDH-MITGLIEDSVEREINE
Deutscher Retriever Club e.V. Margitta Becker-Tiggemann
Dörnhagener Str. 13
34302 Guxhagen, Deutschland
Tel.: 0 56 65 17 34 o. 27
Fax: 0 56 65 17 18
E-Mail: office@drc.de
Internet: www.drc.de
Labrador Club Deutschland e.V. Andrea Kienitz
Markenweg 2
48653 Coesfeld, Deutschland
Tel.: 0 25 41 9 26 09 74
Fax: 0 25 41 9 26 09 75
E-Mail: lcd-geschaeftsstelle@labrador.de
Internet: www.labrador.de









