Wolfsspitz
- Bewegungsdrang: mittel
- Erziehungsaufwand: hoch
- Pflegeaufwand: mittel
- Zeitaufwand: mittel
- Klassifikation: FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp. Sektion 4: Europäische Spitze
Deutsche Spitze sind der Überlieferung nach Nachkommen des steinzeitlichen Torfhundes "Canis familiaris palustris Rüthimeyer" und späteren "Pfahlbauspitzes". Wie es im Rassestandard heißt, handelt es sich dabei um die älteste Hunderasse Mitteleuropas. Im nicht deutschsprachigen Ausland werden die Wolfspitze auch Keeshond und die Zwergspitze Pomeranian genannt. Offiziell existiert diese Rasse seit dem 19. Jahrhundert und ist vor allem in Frankreich und Großbritannien noch heute sehr beliebt.
Allgemeines Erscheinungsbild
Alle Spitze bestechen durch ein schönes Haarkleid, das dank reichlicher Unterwolle rassetypisch absteht. Besonders auffällig sind laut Rassestandard der sich um den Hals legende, starke, mähnenartige Kragen und die buschig behaarte Rute, die kühn über dem Rücken getragen wird. Typisch sind außerdem der fuchsähnliche Kopf mit den flinken Augen und die spitzen kleinen engstehenden Ohren. Das Fell des Wolfsspitz ist silbergrau mit schwarzen Spitzen. Dieser Parallele zur Optik des Wolfs hat die Rasse ihren Namen zu verdanken.
Verhalten und Charakter
Der Wolfsspitz ist dank seiner imposanten Erscheinung und seines mutigen Charakters hervorragend als Wachhund geeignet. Diese Aufgabe erfüllt er aber nur mit Familienanschluss und sicher nicht in einem Zwinger: Damit er sich wohlfühlt, braucht der Wolfsspitz engen Kontakt zum Menschen. Entgegen diverser Vorurteile ist er aber kein "Ein-Mann-Hund": Lieber als ein "Alphatier" ist ihm eine große Familie. Er liebt Kinder jeden Alters (wenn er sie von klein auf gewohnt ist) und ist wahnsinnig stolz, wenn diese sich "schutzsuchend" in sein wuscheliges Fell kuscheln. Der Wolfsspitz ist außerdem auch noch wachsam, aber nicht aggressiv, verträgt sich gut mit anderen Tieren und neigt nicht zum Streunen. Er hat dafür ein anderes Hobby: Fressen.
Beschäftigungs- und Bewegungsbedürfnis
Er läuft gerne, ist aber kein "Kilometerfresser". Grundsätzlich passt sich dieser Hund aber den Lebensumständen seiner Besitzer an und macht alles mit – Hauptsache, er darf dabei sein. Wenn Sie Ihrem Wolfspitz ein großes Vergnügen bereiten wollen, dann nehmen Sie mit ihm an Hundesportkursen teil. Dieser Hund liebt Herausforderungen, die ihn körperlich und geistig beschäftigen. Beliebt sind hierbei vor allem Such- und Schnüffelspiele. Es gibt aber auch Wolfsspitze, die gerne schwimmen.
Erziehung
Der Hang zur Unterordnung ist beim Wolfspitz nur mäßig ausgeprägt. Er legt es nicht auf offene Machtkämpfe an, er wird Sie einfach ignorieren. Ihn zu erziehen erfordert daher ein hohes Maß an Know-how, Geduld und Fingerspitzengefühl. Wie alle Spitze hat auch dieser seinen eigenen Kopf. Er will Ihnen zwar gefallen, aber was Ihnen gefällt, entscheidet er. In der Praxis bedeutet das, dass er manchmal ein Kommando ausführen wird, bevor Sie es überhaupt ausgesprochen haben – oder vielleicht auch eines, das Sie gar nicht geben wollten. Damit die Erziehung dieses Hundes gelingt, muss er vor allem zur Mitarbeit motiviert werden, und dies gelingt bei dem Feinschmecker am besten mit der Aussicht auf ein Leckerli.
Pflege
Das Fell ist pflegeleicht, sollte aber regelmäßig gebürstet werden. Normalerweise reicht es einmal pro Woche aus. Zweimal im Jahr wechselt der Hund allerdings seine Unterwolle, in dieser Zeit ist tägliche Fellpflege wünschenswert.
Krankheitsanfälligkeit / Häufige Krankheiten
Eine sehr gesunde und robuste Rasse, die von Krankheiten aufgrund von Überzüchtung bislang verschont wurde. Lediglich im Alter können die Tiere einen Hang zur Arthrose zeigen.
Hätten Sie's gewusst
Das Fell des Wolfsspitz ist geruchsneutral, sogar im nassen Zustand hinterlässt es keine unangenehmen Gerüche.
DER VDH INFORMIERT
Hier erhalten Sie weitere Informationen zu einzelnen Hunderassen sowie Adressen von eingetragenen VDH-Züchtern.
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)
Geschäftsstelle
Westfalendamm 174
44141 Dortmund
Deutschland
Tel.: 02 31 56 50 00
Fax: 02 31 59 24 40
E-Mail: info@vdh.de
Internet: www.vdh.de
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