Cornwall

Urlaub in Großbritannien, auf der Halbinsel Cornwall, getestet von Gabi Luos, Uli Prause und dem Welsh-Terrier-Rüden Toby.

Wunderschönes Cornwall

Weil wir alte England-Fans sind und die Einreise-Bestimmungen für Hunde mittlerweile gelockert wurden, starteten wir nach langen Vorbereitungen im Februar 2000 endlich zu unserer lang ersehnten Tour. Doch vor das Vergnügen haben hier die Götter viel Schweiß gesetzt.

Zunächst sahen wir die Reise per Flugzeug vor. Da unser 8 kg schwerer Terrier bei Lufthansa in den Frachtraum sollte, nahmen wir davon Abstand. Auch eine Einreise per Bahn und Fähre, ohne eigenen PKW, kam nicht in Frage, weil "Fuß"-Passagiere keine Tiere mitbringen dürfen.

Natürlich wären wir mit einem rechtsgesteuerten Leihwagen im englischen Linksverkehr besser zurechtgekommen, aber unter diesen Umständen mussten wir den eigenen PKW mitnehmen. Die Auto-Fähre nach Dover oder Porthsmouth wollten wir auch nicht nehmen, dann da müssen Hunde im Auto unter Deck bleiben.

Dort lärmen die Motoren, die Kühltransporter bleiben sogar angeschaltet und verbreiten giftige Abgase. Einmal abgesehen davon, dass dies für einen Hund tödlich sein kann, wollten wir unserem Toby so etwas keinesfalls zumuten.

Blitzschnell durch den Eurotunnel

Also blieb uns nur noch der Eurotunnel Calais–Folkstone. (In Calais übernachteten wir im Hotel Balladines, gebucht über www.eurotunnel.com). Alle Passagiere dürfen im Auto bleiben. Für DM 1020,– (hin u. zurück = ca. 500 €; Buchungen unter Tel. 0180/5 00 02 48) überquerten wir dann in 35 Minuten den Ärmelkanal. Die Einreise am PET-Point ging fix.

Problemlos gewöhnten wir uns an den Linksverkehr. Wir erreichten Dartmoor/ Devon, hielten schließlich in Stonehenge an. Bei strahlendem Sonnenschein erlebten wir dort das friedliche Miteinander von Reitern, Hunden, Spaziergängern, Dartmoor-Ponys, Schafen, Golfspielern und Cricketspielern. Unsere Mahlzeiten nahmen wir stets in den zahlreichen hundefreundlichen Pubs ein.

Im Malmar-Hotel in Trenance an der Nordküste Cornwalls war Toby ohne Aufpreis ein gern gesehener Gast. Der Speisesaal allerdings war, wie so oft in England, für ihn tabu. Überraschung: eine komplett saubere Sandbucht, die Mawgan Porth Bay, wo auch Hunde dabei sein und ins Wasser dürfen. Überall in England weisen Schilder darauf hin, dass die Hinterlassenschaft von Hunden stets zu beseitigen ist. Eigens dafür aufgestellte Behälter machen dies leicht.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns zu einem Abstecher nach Newquay (15 Min.) und entdeckten die Watergate Bay, ebenfalls für Hunde und Menschen ein Paradies. Toby lernte viele Hunde kennen und machte nicht eine schlechte Erfahrung mit Surfern, spielenden Kindern, Badegästen. Direkt am Strand liegt das hundefreundliche Moorfield Inn, ein Pub mit Übernachtungsmöglichkeit.

Tea for three im Tropengarten

Danach war das sonnige Wetter leider vorbei. Wetterfeste Kleidung leistete uns gute Dienste. Im schönen Penzanze an der Südwestküste bewunderten wir das Egyptian House. Ein Höhepunkt war das Minack Theatre, ein Freiluft-Theater in den Klippen, in dem wir gemeinsam mit Toby herumschlenderten. Am nächsten Tag wanderten wir wieder über die Klippen zu den Bedruthan Steps. Wir stiegen hinab zu einer riesigen, traumhaften Bucht, mit Toby natürlich, und speisten im dortigen Tea-Room. Toby durfte nur auf die Terrasse und so speisten wir dort.

Obwohl uns der Reiseführer vor dem Trubel in Land’s End warnte, wollten wir es besichtigen. Die Landschaft dort entschädigte uns danach wieder für den Anblick zugebauter Natur. Viel schöner aber war es in Mevagissey, einem malerischen und beschaulichen Fischerdorf an der Südküste. Dort fühlten wir uns sehr wohl und verbrachten mit Hund mehrere Stunden im The Lost Garden of Heligan: ein Traum von einem Park mit Rhododendron und tropischen Pflanzen, die dort wegen des Golfstroms gut gedeihen. Unseren Five-a-clock-Tea und Scones (süße Hefebrötchen mit Sahne und Marmelade) genossen wir in diesem Naturgarten.

Danach verließen wir die schöne Halbinsel Cornwall. Auf unserem Weg nach Schottland machten wir Station in Upper Affcot in der Grafschaft Shropshire, wo Toby zu einem Agility-Turnier eingeladen wurde. Unser Übernachtungsquartier, das Hotel Traveller’s Rest Inn, war ausgesprochen hundefreundlich. Auch das Zimmer im Erdgeschoss war ideal für Hundebesitzer und Toby durfte sich im ganzen Haus frei bewegen.

Über unseren Aufenthalt in Schottland berichten wir später, denn eine Reise dorthin ist ebenfalls empfehlenswert

Weitere Info

Achtung! Es gibt nur bestimmte Orte in GB, in denen Tiere einreisen dürfen (solche mit PET-Points)

Per Fähre:

  • Calais–Dover
  • Cherbourg–Porthsmouth
  • Caen–Porthsmouth
  • Le Havre–Porthsmouth
  • St. Malo–Porthsmouth

Per Flugzeug:

  • London-Heathrow

Per Bahn:

  • nicht gestattet

Die Rückreise kann von jedem beliebigen Ort in GB angetreten werden.
Nicht alle Fluggesellschaften dürfen Tiere nach GB bringen (fragen Sie die BTA oder Ihr Reisebüro).

Tipp zur Reisevorbereitung

Beginnen Sie mit den Vorbereitungen (Tierarzt-Besuch) 7 Monate vor Reiseantritt. Einreise-Formalitäten:

  1. Ihr Hund braucht einen Mikro-Chip (ISO-Norm). Beim Tierarzt!
  2. Der Hund muss gegen Tollwut geimpft werden. Beim Tierarzt!
  3. Etwa 30 Tage nach der Impfung entnimmt der Tierarzt eine Blutprobe und schickt sie zu einem vom britischen Landwirtschaftsministerium anerkannten Labor. Regelmäßig geimpfte Hunde können die Blutprobe beliebig entnehmen lassen; der Antikörperanteil ist aber 30 Tage nach der Impfung optimal.
  4. Das Ergebnis erhält der Tierarzt.
    Sollte der Antikörperanteil unter 0,5 sein, muss nachgeimpft werden. Danach stellt der Tierarzt eine entsprechende Bescheinigung aus (Formular = siehe Punkt 5.).
  5. Sechs Monate nach dem erfolgreichen Bluttest kann jeder Hund nach GB einreisen, der aus zugelassenen EU-Ländern kommt.
  6. 24–48 Stunden vor der Einreise muss der Hund von einem Tierarzt gegen Bandwürmer und Zecken behandelt werden; dies muss auf einem Formular (siehe unter 5.) bestätigt sein.
  7. Die beiden Bescheinigungen (Tollwutimpfbescheinigung und Entwurmung) für das Verbringen von Hunden und Katzen müssen vom Amtstierarzt beglaubigt werden.
  8. Direkt vor Reiseantritt muss beim jeweiligen Transportunternehmen eine Erklärung (man bekommt sie dort) unterzeichnet werden, dass das Tier in den 6 Monaten vor der Einreise nicht außerhalb eines westeuropäischen Landes unterwegs war.

Wissenswertes

Hundefreundliche Unterkünfte müssen vorgebucht werden.
Im Hotelführer The AA Hotel Guide 2002 (im Buchhandel, € 25,70) sind sie gekennzeichnet.

Empfehlenswert

Der Pets Welcome 2001 (€ 10,73); erhältlich bei Britain Direct GmbH, Ruhbergstr. 8, 69242 Mühlhausen, Tel. 06222/6 78 05-0. In einigen Häusern wird eine Gebühr für Hunde erhoben.
Das Mitnehmen von Tieren in Hotelrestaurants und -bars, Speise- und Frühstücksräume ist nicht immer gestattet. Bitte fragen.
Das Mitnehmen von Hunden in Museen/Sehenswürdigkeiten ist nicht immer gestattet. Bitte fragen.
In den Historic Royal Palaces herrscht Hundeverbot.
In Eisenbahn, U-Bahn und Bus sind gut erzogene Hunde, angeleint oder im Körbchen, gestattet, sofern keine Einwände des Fahrers bestehen.
An offziellen Badestränden ist die Mitnahme zwischen Ostern und 1. Oktober nicht gestattet.
Es gibt aber viele lange, wilde Strände, wo Spaziergänger und Hunde willkommen sind.

Weitere Info
Britische Zentrale für Fremdenverkehr BTA
Westendstr. 16–22
60325 Frankfurt/Main
Tel. 069/97 11 23 od. (zum Ortstarif) 0180/1 46 86 42.

Fotos: Gabi Luos