„Man muss rechtzeitig die Handbremse ziehen!“
Interview mit Hardy Krüger jr. zur „Initiative für die Natur des Hundes“

Am 19. Juni 2007 wurde in Hamburg die „Pedigree Studie 2007“ öffentlich vorgestellt und die „Initiative für die Natur des Hundes“ ins Leben gerufen. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass sich die Lebensumstände für Hunde in Deutschland in Zukunft verbessern. Der beliebte Schauspieler Hardy Krüger jr., selbst Hundebesitzer, ist ein prominenter Unterstützer dieser Initiative und stand Partner-Hund-Redakteur Alexander Weis Rede und Antwort.
Wie wurden Sie auf die „Initiative für die Natur des Hundes“ aufmerksam?
Hardy Krüger jr.: Nachdem ich von dieser Kampagne gehört hatte, gingen Pedigree und ich eigentlich gemeinsam aufeinander zu. Ich stehe voll hinter diesem Projekt und habe schon so etwas wie eine Vorbildfunktion, weil ich ja viel mit Tieren zu tun habe.
Sie meinen ihre aktuelle Rolle als Förster in Forsthaus Falkenau?
Hardy Krüger jr.: Nicht nur. Natürlich habe ich in Forsthaus Falkenau immer einen Hund an meiner Seite, aber ich bin ja auch privat Hundebesitzer und habe schon vorher viel mit Tieren gearbeitet. Außerdem bin ich mit Tieren aufgewachsen. In Afrika, wo ich bis zu meinem sechsten Lebensjahr gelebt habe, hatten wir 12 Hunde.
Was stört Sie denn am meisten an den Bedingungen in Deutschland?
Hardy Krüger jr.: Ich bin über die ganze Situation, die hier in den letzten Jahren herrscht, unglücklich. Wir Hundebesitzer stehen als Buhmänner da. Und was mich wirklich nervt, ist, dass wir unheimlich viel Hundesteuer zahlen müssen, aber für unsere Interessen nichts getan wird. Das Geld fließt irgendwohin. Trotzdem werden wir tyrannisiert von Regeln, Bestimmungen, Strafen. Da frage ich mich schon: Wozu zahle ich diese Steuer? Man sieht ja auch, wie viele Hunde jetzt durch die schlechten Umstände zu Waisen werden: Hartz 4-Empfänger zum Beispiel können sich häufig keinen Hund mehr leisten. Außerdem gibt es viele Wohnungsvermieter, die keine Tiere mehr zulassen wollen. Das ist wirklich traurig. Es muss ein Reglement gefunden werden, mit dem sich jeder wohlfühlt.
Also nervt Sie besonders die Hundesteuer?
Hardy Krüger jr.: Wie gesagt, ich habe überhaupt kein Problem damit, Hundesteuer zu zahlen. Nur: dann muss mit dem Geld auch etwas verändert werden, dann brauchen wir mehr Auslaufflächen … ja vielleicht sogar Abenteuerspielplätze für Hunde.

Wie viel Auslauf bekommt denn ihr eigener Hund, Sie leben doch in der Millionenstadt München?
Hardy Krüger jr.: Ich arbeite ja viel, drehe von morgens bis spät die neue Staffel von Forsthaus Falkenau und bin dann meistens in der Gegend um den Starnbergersee. Am Wochenende fahren wir dann oft in die Berge. Insofern sieht man uns in München nicht so häufig. Aber dadurch bekommt mein Hund Arab in jedem Fall genügend Auslauf.
Ist Bayern denn ein hundefreundliches Bundesland?
Hardy Krüger jr.: Von den Reglementierungen her ist Bayern schon noch liberaler als die anderen Bundesländer. Da es aber keine einheitlichen Reglements gibt, ist zu befürchten, dass es in Zukunft stressiger werden könnte für die Hundebesitzer. Das wäre schon schade. Es ist ja zu befürchten, dass die Bundesländer, die härtere Regelungen haben, eher Einfluss nehmen auf unsere Situation als andersherum. Deswegen muss man unbedingt die Handbremse anziehen.
Was erwarten Sie sich von der Initiative?
Hardy Krüger jr.: Sehr viel. Ich finde es toll, dass so eine große Marke wie Pedigree diese Philosophie hat, hinter der ganzen Sache steht, um endlich was zu tun. Und ich denke, dass wir Erfolg haben werden. Man sieht ja an der Pedigree-Studie, dass die meisten Leute – und eben nicht nur Hundehalter – etwas verändern wollen.
Wo haben Sie Ihren Hund denn kennen gelernt?
Hardy Krüger jr.: Das war vor drei Jahren. Da bin ich Arab in einem Biergarten in Stuttgart begegnet. Es war Liebe auf den ersten Blick. Glücklicherweise war dem Herrchen dieser kleine Arab doch zu viel. Wir haben uns dann geeinigt, ich habe ihn eingepackt und seit dem sind wir zusammen.
Haben Sie eigentlich schon negative Erfahrungen mit Nicht-Hundehaltern gemacht?
Hardy Krüger jr.: Eigentlich nicht. Die Menschen sind meistens sehr freundlich und kommunikativ. Vielen Kindern muss ich schon erklären, dass sie gerne kommen und Arab streicheln dürfen. Aber sie müssen sich dessen bewusst sein, dass nicht jeder Hund ein Kuscheltier ist. Ich muss dazu sagen, dass Arab absolut lieb ist. Ich glaube, der sollte eigentlich eher ein Schmusetier werden, als ein Hund. Vielleicht liegt es ja wirklich in erster Linie an meinem Hund, dass die Leute so freundlich sind, hätte ich eine Dogge … wer weiß. Aber mein Hund zieht die Leute eher an, als dass er sie abschreckt.
Vielleicht liegt es aber auch an Ihrer Person, Hardy Krüger jr.?
Hardy Krüger jr.: Nein, ich denke, dass ein Hund prinzipiell ein Kommunikationsmagnet ist. Das hat weniger mit meinem Namen zu tun, glaube ich zumindest.